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Küchenkräuter selbst ziehen

Küchenkräuter selbst ziehen
Kräuter in Topf (Foto) © iStockphoto.com/JokingTrojan

Frische Kräuter sind ein wichtiger Bestandteil jeder guten Küche und geben vielen Gerichten erst die gewünschte geschmackliche Note. Darüber hinaus besitzen viele Kräuter heilsame und gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe und ätherische Öle, welche jahrhundertelang zur Heilung und Linderung verschiedenster Krankheiten eingesetzt wurden. Um jederzeit frische Kräuter zum Kochen zur Hand zur haben, gingen in den letzten Jahren immer mehr Menschen dazu über, ihre favorisierten Küchenkräuter im Garten, auf dem Balkon oder einfach nur auf der Fensterbank anzupflanzen. Im folgendem werden Kräuter behandelt, welche für die einheimische Küche am wichtigsten sind, im deutschen Klima am einfachsten zu ziehen sind und gut gedeihen.

Dill:

Da Dill eine recht anspruchslose Pflanze ist, fällt es leicht diesen erfolgreich zu ziehen. Ein lockerer, kalkhaltiger Boden, sowie eine halbschattige bis sonnige Lage und die Vermeidung von Staunässe reichen aus den Dill gedeihen zu lassen. Im Freiland kann ab Mitte April mit der Aussaat der Kräuter-Samen begonnen werden. Im Herbst und Winter kann Dill im Blumentopf auch drinnen gezogen werden. Dazu werden in einen mittleren Blumentopf rund 20 Samenkörner der Kräuter ca. 1 cm tief eingesetzt.

Petersilie:

Bei der Petersilie unterscheidet man zwischen der krausen Petersilie und der glatten Petersilie (auch spanische Petersilie genannt). Die glatte Petersilie hat ein stärkeres Aroma, wird aber schneller welk als die krause Petersilie, welche sich besser zum Dekorieren eignet. Die Petersilie liebt einen etwas schwereren, nährstoffreichen und feuchten Boden. Um einen guten Ertrag der Kräuter zu erhalten, sollte die Aussaat dieser zweijährigen Pflanze bereits im Februar im Gewächshaus oder in der Wohnung erfolgen. Ab Mitte März können die Kräuter-Pflanzen ins Beet gesetzt oder auf den Balkon gestellt werden. Ein halbschattiger Ort wäre optimal.

Brunnenkresse:

Brunnenkresse ist recht einfach zu ziehen. Um sich gut zu entwickeln, benötigt die Brunnenkresse einen stets feuchten Boden. Von Ende Mai bis Anfang Juni kann die Brunnenkresse in einer wasserdichten Schale ausgesät werden. Wenn die Pflanzen rund 5 cm hoch sind, müssen sie pikiert werden, d. h. die miteinander verwurzelten Kräuter müssen vorsichtig separiert und in einem größeren Abstand zueinander eingepflanzt werden. Das regt das Wurzelwachstum dieser Küchenkräuter an und verhindert, dass die Pflanzen zu sehr in die Höhe schießen. Danach werden die Pflanzen so gegossen, dass rund 1 cm Wasser über der Erde steht. Gegebenenfalls sollte die Kresse alle 14 Tage leicht mit Naturdünger gedüngt werden. Die Pflanzen fühlen sich in schattiger bis halbschattiger Lage am wohlsten.

Schnittlauch:

Schnittlauch, eines der beliebtesten Küchenkräuter, ist eine mehrjährige Pflanze, welche einen feuchten, aber nicht nassen, kalkhaltigen und nährstoffreichen Boden liebt. Eine halbschattige bis sonnige Lage bekommt der Pflanze am besten. Zum Antreiben sollte der Boden schon warm sein und das Gießen sollte, falls möglich, mit lauwarmem Wasser erfolgen. Im Beet werden rund 300 Körner auf einen Meter ausgesät. Wenn die Lauchstängel der Kräuter rund 10 − 25 cm lang sind, werden sie ungefähr 2 cm über dem Boden abgeschnitten. Nach jedem Schnitt sollte leicht gedüngt werden. Im Freiland sollten, kurz vor Wintereinbruch, die Pflanzen abgeschnitten und mit Laub bedeckt werden, sodass eine mehrjährige Ernte möglich ist.

Majoran:

Majoran ist ein Lichtkeimer. Deswegen dürfen die Samen diser Kräuter nur an die Erde angedrückt, jedoch nicht von ihr bedeckt werden. Am besten gedeiht der Majoran an warmen und sonnigen Orten auf einem humusreichen und leichten Boden. Eine Freiland-Aussaat empfiehlt sich erst ab Mitte Mai, da die Pflanzen recht kälteempfindlich sind. Gerade bei den Jungpflanzen ist darauf zu achten, dass der Boden nicht zu trocken wird. Keinesfalls darf der Majoran zu stark gedüngt werden, da durch zu starkes Wachstum der Geschmack verloren geht.

Kerbel:

Der Kerbel stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, aber eine ausreichende Feuchtigkeit ist von großer Wichtigkeit. Ebenso wie Majoran ist Kerbel ein Lichtkeimer, sodass die Kräuter-Samen keinesfalls abgedeckt werden dürfen. Bei der Aussaat im Topf sät man rund 20 Samen in einen Topf mit 10 cm Durchmesser. Sich bildende Blütenstände sollten umgehend herausgeschnitten werden.

Pimpinelle:

Diese sehr anspruchslose Pflanze wächst am besten auf kalkhaltigen, feuchten, aber nicht zu nassen Böden. Geerntet werden nur die jungen Blätter und die Wurzeln der Kräuter. Obwohl die Pimpinelle eine mehrjährige Pflanze ist, sollte sie nach 2 Jahren neu ausgesät werden.

Basilikum:

Die Aufzucht von Basilikum mit Samen ist etwas schwieriger. Er benötigt viel Licht und Wärme und einen nährstoffreichen, sandigen Humusboden. Er darf gerade in der Anzuchtphase weder großen Temperaturschwankungen sowie Wind ausgesetzt werden noch dürfen die Pflanzen überdüngt werden. Die vierblättrigen Keimlinge sollten zum besseren Wachstum pikiert werden. Das stärkste Aroma besitzen die Kräuter-Blätter kurz vor dem Beginn der Blüte.

Weiterführende Links rund um Kräuter:
Kräuterlexikon
Übersicht von Heilkräutern und Heilpflanzen

09.02.2009

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